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RÜCKENSCHMERZ
Teil 2 - Fortsetzung von der Seite www.xn--rckenschmerz-dlb.com
Zunächst eine gute Nachricht für alle Schmerzpatienten
Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten. Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden, er muß also nicht irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen Rehabilitationen akzeptieren sondern kann unter Hinweis auf das Urteil gleich Widerspruch einlegen. Hier gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik
Patienten mit einem Rückenschmerz nach
Bandscheibenoperation
en
sind bezüglich einer
Schmerzbehandlung sehr
problematisch. Erfahrungsgemäß nimmt die Problematik mit jeder weiteren
Operation sogar noch zu. Der oben beschriebene typische Ablauf des
Abnutzungsprozesses macht deutlich, daß auch mit einer Operation die eigentliche
Schmerzursache ja nicht behoben werden kann, im Gegenteil, es besteht sogar die
Gefahr, daß der degenerative Prozeß noch beschleunigt wird. Mit jeder Operation
nimmt die Tendenz zur Instabilität zu, abgesehen von den zusätzlichen iatrogenen
(= durch die Operation verursachten)
Gewebsschädigungen.
Nicht selten sehen wir Patienten, bei denen nach mehrfachen
Bandscheibenoperationen wegen Instabilität eine
Spondylodese
(= operative
Wirbelsäulenversteifung)
durchgeführt werden mußte. Leider ist auch nach einer solchen, teilweisen
Wirbelversteifung ein Großteil der Patienten nicht beschwerdefrei. Es ist
daher zu begrüßen, daß die Indikation
(= Anzeige)
zur
Bandscheibenoperation
in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt worden ist.
Als Grund für eine
Operation ist das Krankheitszeichen "Rückenschmerz" oder „Kreuzschmerz“
in den Hintergrund getreten. Als relative Indikation
(= Anzeige) gilt allenfalls ein
unerträglicher, therapieresistenter
(=
nichts hilft)
Schmerz.
Beim
sog. Cauda-Synd rom
(=
Rücken
markschädigung mit Lähmung der
Beine), ebenso bei motorischen Defiziten
(= Beeinträchtigungen der Muskel
funktion),
die unter konservativer Therapie
(=
Behandlung ohne Operation) bestehen
bleiben oder gar zunehmen, muß operiert werden, um eine Entlastung
herbeizuführen.
Ein segmentaler
Schmerz mit und ohne Schmerzausstrahlungen, kann auch von den
Muskeln
neben der
Häufig hat ein Rückenschmerz auch seinen Ursprung in den Iliosakralgelenk en (= gelenkartige Verbindung zwischen Darm
- und Kreuzbein) (die sog. Iliosakralgie). Meist liegen funktionelle Störungen vor, die betroffenen Patienten klagen besonders bei Rumpfbeugung, verbunden mit Drehung, über Schmerzen im lumbosakralen Übergangsbereich (= unterer Lendenwir belsäulen- und oberer Kreuzbein bereich), aber auch typischerweise über Schmerzen im Bereich der Spina iliaca posterior superior (= hinterer oberer Darmbeinstachel) mit unspezifischen Ausstrahlungen in die Beine (Gesäß, hinterer und seitlicher Oberschenkel bis zur Wade und evtl. Ferse).Auch ein sog. Beckenringsyndrom kann mit einem Rückenschmerz einhergehen.
Die Sakralgie bezeichnet Schmerzen in der
Kreuzbein gegend, z.B. infolge Kompression (= Einklemmung) der Nervi clunium recurrentes in den Kreuzbein löchern, bei Sakralisation (= Verschmelzung des 5. Lenden wirbels mit dem Kreuzbein), häufig mit einer Erkrankung der Iliosakrakgelenke einhergehend.Für
Sakrokoxalgie sind sowohl die
Lendenwirbelsäule als auch das
Hüftgelenk
ursächlich.
Der
Vollständigkeit halber muß beim Thema "Rückenschmerz" auch noch das
Steißbein
erwähnt werden.
Grobe
Hinweise auf die Art der Schädigung liefern die Abfrage der Vorgeschichte und
Beschwerdebild.
Werden
Rückenschmerzen bei Beanspruchung der
Wirbelsäule
verstärkt oder ausgelöst, so sind die
Bewegung ssegmente beteiligt.
Rückenschmerz
en, die von der Wirbelsäulenfunktion unabhängig sind, sprechen mehr
für Störungen im Bereich der Wirbelkörper.
Ein Rückenschmerz,
der von
Muskeln und
deren Bindegewebsumhüllung ausgeht (sog. muskuloskelettaler oder
myofaszialer
Ursprung) wird durch Wirbelsäulenbelastungen und -bewegungen ebenfalls
verstärkt, unterliegt aber häufig
klimatischen Einflüssen, d.h., er
tritt in
der kälteren Jahreszeit bevorzugt auf. Oft berichten die Patienten, sie hätten
sich "verkühlt".
Ein akut auftretender Rückenschmerz im Rahmen eines
LWS-Syndrom s
ist häufig bandscheibenbedingt, kann aber auch durch eine akute
Segmentblockierung (hpts. kleine Wir belgelenke) ausgelöst werden.
Akute
Schmerzen, die mit einer monoradikulären Symptomatik
(= Krankheitszeichen 1
Nervenwurzel betreffend)
einhergehen, sind sichere Anzeichen eines
Bandscheibenvorfall
s, gleiches gilt
für akute Schmerzen im Zusammenhang mit einem Cauda-Synd rom
(=
Rücken
markschädigung mit Lähmung der
Beine).
Ein Rückenschmerz beim Husten und Pressen
ist typisch für
Nervenwurzelkompression
en, z.B. infolge einer
Bandscheibenprotrusion oder gar eines
Bandscheibenprolaps
(=
Bandscheibenvorwölbung oder gar
Bandscheibenvorfall).
Ein Rückenschmerz, der bei Erschütterung auftritt, kann von einer
Spondylitis
(= En tzündung an der Wir belsäule) verursacht werden.
Rückenschmerz
en, die bevorzugt nachts und morgens auftreten, weisen auf eine
generalisierte
(= allgemeine)
Wirbelsäulenerkrankung
hin, z.B. Bechterew-Syndrom oder
Osteoporose.
Auch auf den
Ort der Schädigung lassen sich bereits aus dem Beschwerdebild Rückschlüsse
ziehen.
Schmerzen und Störungen
der (Berührung
s-) Empfindlichkeit im Bereich
ober- und unterhalb des Leistenbandes weisen auf die
Nerven
wurzeln
L1
(= 1. Segment der Lendenwir belsäule)
und L2 hin.
Die L3-Wurzel macht sich am vorderen inneren
Oberschenkel
bemerkbar.
Die
Meralgia
paraesthetica
(=
Schmerzstörung im Bereich des Nervus cutaneus femoris lateralis,
rumpfnahe an der Außenseite des
Oberschenkel
s)
ist
dagegen eine periphere
(= mehr
oberflächliche)
Nervenstörung.
Schmerzen und Störungen der (Berührung
s-) Empfindlichkeit vom vorderen inneren
Oberschenkel
bis zur
Schienbein
vorderfläche reichend, betreffen die Wurzel L4.
Beschwerden, die von der Außenfläche des
Oberschenkel
s über den äußeren
seitlichen
Unterschenkel zum
Fußrücken
und zur
Großzehe ziehen, sind L5
zugeordnet, während die S1-Wurzel
(= 1. Ner venwurzel
im
Kreuzbein
bereich) für den hinteren
Oberschenkel, hinteren seitlichen
Unterschenkel, seitlichen
Fuß
rand
und die
Zehen
3-5 verantwortlich ist.
Therapie bei einem Rückenschmerz:
Grundsätzlich
muß zunächst versucht werden, durch eine geeignete Diagnostik
(= Maßnahmen zur Erkennung von Krankheiten) eine für den geklagten
Rückenschmerz ursächliche, spezifische Erkrankung zu entdecken.
Gelingt
dies, so wird diese zunächst kausal
(= entsprechend dem
Krankheitsbild) behandelt.
Wenn dennoch Schmerzen verbleiben oder
keine eindeutige, spezifisch behandelbare Schmerzursache gefunden wurde, so
sind schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt, die oft bei
verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen sind, da sie sich nunmehr nach dem Schmerz
und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten.
Ein länger bestehender Rückenschmerz erfordert praktisch immer eine
Kombination von verschiedenen Therapieverfahren.
Medikamentöse
Schmerzbehandlung:
Akut und
subakut können bei einem Rückenschmerz zunächst (vorwiegend)
peripher wirkende Analgetika
(= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika
(=
Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B.
Mobec®.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B.
Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Wirkstoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko
verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten,
ob
Parecoxib und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B.
Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal ist aber ein
Rückenschmerz nur
mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®)
(= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch
bei chronischen Schmerzen wirksam)
(z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel
einzusparen.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika):
Bei einem anhaltenden Rückenschmerz sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame
Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential,
ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden örtlichen
Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in
Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockaden.
Infiltrative Lokalanästhesie (=
Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel)
bei Rückenschmerz (Dorsalgie):
Die einfachste diesbezügliche
Therapie besteht in der örtlichen Infiltration der meist verspannten, an die Wir belsäule
angrenzenden Mus kulatur. Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca.
5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5% völlig aus. Eine weitere Möglichkeit ist die
gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der Mus kulatur)
nach vorheriger Identifizierung derselben.
Wird der Rückenschmerz durch abgenutzte,
entzündliche oder irritierte
Intervertebralgelen ke (= kleine
Gelen ke zwischen den Wirbeln)
verursacht, sind Infiltrationen der betroffenen kleinen Gelen ke
erfolgversprechend. Kortison- Zusatz kann den Heilungsprozeß beschleunigen.
Der
Beweis für ein "Facetten-Syndrom"
(= Schmerzstörung im Bereich der kleinen
Wirbelgelen ke) als Schmerzursache,
ist letztlich nur durch den Erfolg einer probatorischen
(= zur Sicherung der Diagnose durchgeführten)
Facet ten-Betäubung zu erbringen. Langzeiterfolge durch Thermokoagulation
(= Verkochung / Zerstörung mit
Hochfrequenzstrom) der
Facet ten sind
bei einem Rückenschmerz nicht gesichert.
Periphere temporäre
(= oberflächliche, zeitlich begrenzte)
Ner venblockaden:
Zur Unterbrechung segmentaler Reflexkreise, aber auch zur Therapie von
Schmerzausstrahlungen eignen sich Blockaden
(= Betäubungen)
der korrespondierenden Ner venwurzeln (= im Schmerzbereich befindliche
Nervenaustrittstellen neben der Wir belsäule). Im
Lendenbereich auch kontinuierlich mit Katheter*.
Schmerzausstrahlungen in Schul
ter/Ar m, wie sie beim mittleren/unteren
Zervikalsynd rom in
typischer Weise vorkommen, sprechen zufriedenstellend auf die wiederholte hohe
Blockade des Pl exus
brach ialis (=
Betäubung des Armnervengeflechts im seitlichen Halsbereich)
nach Winnie an. Technisch risikoärmer und oft besser wirksam
ist jedoch die
kontinuierliche, retrograd hohe Plexus brachialis-Blockade
mit Katheter (*siehe unten). Die kontinuierliche
inters kalenäre
Blockade ist mit einem höheren Risiko behaftet.
Periphere
(= oberflächliche)
Schmerzprojektionen entlang der Interkostalner ven
(=
Zwischenrippenner ven)
bei Vorliegen eines BW S-Syndroms sprechen gut auf wiederholte
Interkostalblockaden
mit einem
örtlichen Betäubungsmittel an. In hartnäckigen Fällen kann die Blockadefrequenz durch
Implantation eines Katheters (* siehe unten) erhöht werden.
Im Bereich der
Beine
können bei entsprechender radikulärer oder pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung
(= Schmerzen die auf eine tatsächlich oder
scheinbar geschädigte Ner venwurzel zurückzuführen sind)
der vordere Oberschen kelnerv (N.
femoral is) und /
oder der
Ischias nerv wiederholt blockiert werden, in hartnäckigen Fällen mit Katheter (* siehe
unten).
Bei Schmerzausstrahlung in den Bereich des seitlichen und inneren
Oberschenkels gelingt mit der sog. 3-in-1-Variante die zusätzliche Betäubung der
Ner ven obturatorius und cutaneus femoris lateralis, deshalb auch geeignet zur
Behandlung der Meralgia paraesthetica
(=
brennende
Schmerzen an der
Oberschenkelaußenseite).
Eine
Perid uralblockade (=
rückenmarknahe Betäubung) im
Bereich der Brus t- oder
Halswir belsäule erfordert ein strenge Nutzen-/Risikoanalyse. Die
lumbale Periduralblockade (=
rückenmarknahe Betäubung im Lendenbereich),
insbesondere kontinuierlich mit Katheter*, ist bei
Rückenschmerz bzw. Kr euzschmerz
eine sehr effektive
Therapiemaßnahme, die allerdings nur unter stationären Bedingungen durchgeführt
werden sollte. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das
Risiko bei der Anzeige "Rückenschmerz" als vertretbar eingestuft werden.
Wenn
eine Perid
uralblockade technisch schwer oder nicht durchführbar ist (z.B. bei
Mißbildungen, Zustand nach operativer Wir belsäulenversteifung usw.), bietet sich
besonders bei Störungen im Bereich des Pl exus
sacral is
(= Nervengeflecht im Bereich des Kreuzbeins)
die sog. Kaudalanäst hesie (=
rückenmarknahe Betäubung durch einen Kanal im Kr euzbein hindurch)
an, die auch mit Katheter* möglich ist, sofern dieser wegen der der
Gefahr einer En tzündung seitlich unter der Haut mittels einer Untertunnelung
weggeführt wird. Erhöht man die Menge des örtlichen Betäubungsmittels (z.B.
20-25ml Bupivacain 0,1 bis 0,15 %) kann auch der obere Le ndenbereich
erreicht
werden.
Statt mit einem örtlichen Betäubungsmittel können die aufgeführten, rückenmarknahen Blockaden auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt
werden, allerdings ist dabei die oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit
hinaus anhaltende Wirkung deutlich weniger ausgeprägt.
Bei einem sehr schweren und
sonst kaum behandelbaren
Rückenschmerz kann zur Durchführung rückenmarknaher
Blockaden auch eine kleine Schmerzpumpe unter die Haut gepflanzt werden.
Das Arzneimittelreservoir der Pumpe wird dann in bestimmten Zeitabständen durch
die Haut hindurch mit Hilfe einer Spritze wieder aufgefüllt.
*
Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche, oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Eine gute Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder geschädigten Nervs. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerz gedächtnis zu löschen.
Physikalische Therapie:
Auch die Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen.
Die transkutane
Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS)
hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die
Elektroden werden paarig neben der Wir belsäule im Schmerzbereich aufgeklebt.
Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die
Wirkung optimiert werden. Auch eine sog.
Hochtontherapie
kann sehr hilfreich sein.
Die elektrische epidurale Rückenmarksstimulation
erfordert eine strenge Patientenauswahl. Eine weitere physikalische
Behandlungsmöglichkeit ist beim Rückenschmerz die oberflächliche Kältetherapie im
Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen
Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist. Manche Patienten mit einem Rückenschmerz
empfinden allerdings lokale
Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können
ebenfalls einen Rückenschmerz lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei einem Rückenschmerz
nicht sinnvoll. Für den Patient
mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem
Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die
heilgymnastische Therapie (auch
Rückenschule), da meist nur diese geeignet ist, einen
ärztlichen
Behandlungserfolg zu sichern und längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt es,
die Mus kulatur neben der Wir belsäule zu trainieren, da auf Dauer nur eine
kräftige/suffiziente Mus kulatur eine statische und dynamische Schwäche des
Achsenorgans kompensieren kann.
Besonders bei akuten Blockierungen hat die
manuelle Therapie (Chirotherapie) Bei der Anzeige „Rückenschmerz“
durchaus gute Erfolge aufzuweisen. Bei schmerzhaften degenerativen
(= durch Abnutzung hervorgerufenen)
Veränderungen der Wir belsäule wird auch eine Röntgenbestrahlung empfohlen
(Thomalske 1991). Die
Magnetfeldtherapie kann
einen Rückenschmerz
ebenfalls lindern.
Andere Therapiemaßnahmen:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Wichtig
sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und Vermeidung von
übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie bzw. (Rückenschule). Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten
Übungen zur Lockerung der Mus kulatur erlernen.
Die Verordnung von Hilfsmitteln
wie z.B. stabilisierende Korsette sollten dem Orthopäden vorbehalten sein.
Hypnoide (=
bewußtseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes Training oder
progressive Relaxation nach Jakobson sind auch bei einem Rückenschmerz eine
sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie, da auch sie zu einer muskulären
Entspannung führen, ebenso Biofeedback
(= Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Psychologisch
/
psychotherapeutische Interventionen
können beim ausgeprägten "psychosomatischen Schmerz" angezeigt sein, da auch
verdrängte Konflikte muskuläre Verspannungen und Schmerzen verstärken können.
Bei einem ängerfristig bestehenden Rückenschmerz ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
Für Sie waren wir sehr fleißig:
Hier gelangen Sie zu einem
Schmerzforum: link:
www.schmerzforum.net
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